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Danach



Das Hafenfest war ein voller Erfolg.

Zum ersten Mal hat die Historische Eisenbahn Gelsenkirchen versucht, das Hafenfest als Anlass zu nutzen und dieses um ein Eisenbahnfest zu erweitern. Schließlich ist auch der Gelsenkirchener Stadthafen durch und mit der Eisenbahn gewachsen. Noch heute ist die Eisenbahn aus dem Betrieb nicht wegzudenken, womit der Grundstein für das Vorhaben gelegt war. Monate lang wurde telefoniert, geplant, gemessen, umgeplant und wieder telefoniert. Das Ergebnis konnte sich dann auch sehen lassen.

Eine Modellbahnbörse, die aufgrund ihrer Größe bereits auf zwei Gebäude aufgeteilt werden musste, lockte nicht nur die Freunde der echten Eisenbahn an. Auch die Sammler von Eisenbahnoriginalteilen und Souvenirs kamen voll auf ihre Kosten.

Seit 1977, als die Deutsche Bundesbahn auf dem Gelände des Bahnbetriebswerk Gelsenkirchen Bismarck Abschied von der Dampflok nahm, gab es nicht mehr so viele Eisenbahnhighlights auf dem Stadtgebiet wie beim Hafenfest in diesem Jahr.

Mit einem Schienenbus VT 98, wie er in den 1950er Jahren gebaut wurde, um den teuer gewordenen Dampfbetrieb abzulösen, konnten die Besucher vom Festplatz bis zum westlichen Ende des Hafens nach Hessler fahren. Dabei eröffneten sich Blickwinkel auf die Hafenanlagen, die dem Normalbürger sonst verborgen bleiben.

Mit einem Dampfsonderzug, gezogen von 24 009, der zwischen dem Hafengelände und dem Gelsenkirchener Hauptbahnhof pendelte, bestand die Möglichkeit, eine ca. 2stündige Reise über Herne, und Wanne=Eickel zu machen. Wie geplant wurde der Zug auch als Zubringer genutzt.
Ein weiterer Dampfsonderzug fuhr jeweils zwei große Ruhrgebietsrundfahrten. Der Zug, der von der Dampflok 01 1066 gezogen wurde, machte dabei einen Ausflug über Oberhausen, Mühlheim, Bochum, Herne und Wanne=Eickel.
Beide Züge bestanden aus stilechten Waggons. Sogar in der Holzklasse konnten die Fahrgäste Platz nehmen und dabei überrascht feststellen, dass diese sogar bequemer und gemütlicher sein kann als die moderne Einrichtung der heutigen Züge.
Die dritte Dampflok beim Fest war die 41 360 (Lady of Bismarck). Für viele Kinder, aber auch Erwachsene, machte sie einen Traum wahr: Eine Führerstandsmitfahrt auf einer echten Dampflok, die aus eigener Kraft fährt. Die Mitfahrer mussten aber auch feststellen, dass bereits der Aufenthalt im Führerhaus einer Dampflok sehr schweißtreibend sein kann. Durch einen Trick gelang es dem Lokpersonal einen schweren Zug zu simulieren, weshalb die Lok schwer schnaubend anfuhr und die Herzen der Dampflokfans noch höher schlagen ließ.
Eine vierte Dampflok gab es auch noch zu bestaunen. Hierbei handelt es sich um die zurückgekehrte Lok 44 1558. Die Lok stand seit 26 Jahren als Denkmal im Maximilianpark Hamm und wurde nun in ihre Heimat nach Gelsenkirchen zurückgeholt.

Auch die Liebhaber von Diesellokomotiven kamen auf ihre Kosten. Mit 225 001-7 wurden Führerstandsmitfahrten parallel zur 41 360 durchgeführt. So kam es nicht selten vor, dass Schienenbus, 225 001 und 41 360 in Richtung Hessler das Festgelände parallel verließen oder einfuhren. Natürlich wurden solche Ereignisse auch mit Hup- und Pfeifsignalen begleitet. Diese Szenerie, wie sie selbst im Regelbetrieb wahrscheinlich nur äußerst selten zu sehen war, erfreute besonders die Fotografen und Hobbyfilmer.

Zwar nicht in Betrieb aber den Festbesuchern zugänglich waren weiterhin die Lokomotiven V200 116, 215 049-8 und die moderne E-Lok 152 047-7, die ohne Fahrdraht doch etwas verloren aussah. Auch eine Lok mit Sonderlackierung fehlte nicht, die Diesellok 218 212 zeigte sich im Kleid des "Sonderzug nach Pankow". Etwas kleinere Lokomotiven präsentierte Gelsen-Log. mit den Rangierloks 3 und 6 der Hafenbahn.